Uganda - die 'Perle Afrikas'

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Informationen zum Überblick:


Name: Republik Uganda (Republic of Uganda)

Staatsoberhaupt: Yoweri Kaguta Museveni - NRM (National Resistance Movement)

Einwohner: ca. 31.Millionen

Größe: 236.860 km² (entspricht etwa der Fläche der BRD bis zur Wiedervereinigung) davon rund 40.000 km² (18%) Seen und Sümpfe

Amtsprache: Englisch und Suaheli

Religion: überwiegend christlich (ca. 45% katholisch, ca. 35% anglikanisch - Church of Uganda), ca. 10% Muslime

Das Land: Uganda liegt in Ostafrika und grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Viktoriasee.
Kampala ist die Hauptstadt Ugandas und mit ca. 1,7 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Der internationale Flughafen befindet sich in Entebbe. Die Landschaft wird von einem Hochbecken (durchschnittliche Höhenlage von 1000 bis 1300m) geprägt, welches zwischen dem ost- und zentralafrikanischen Graben liegt. Uganda beherbergt insgesamt zehn Nationalparks und mehrere Naturreservate. Seit 1994 gehören der Bwindi Impenetrable Nationalpark, dort leben ca. die Hälfte der noch verbliebenen Weltpopulation der Berggorillas, und der Rwenzori Mountains Nationalpark mit seiner einzigartigen Landschaft, zum UNESCO-Welterbe. Uganda ist das wasserreichste Land Ostafrikas, ca. 1/5 der Landesfläche besteht aus Wasser. Der Nil hat einen seiner Ursprünge in Uganda, eine Quelle befindet sich am Ausgang des Viktoriasees bei Jinja.

Geschichte: Uganda als Teil Ostafrikas gilt nach den heutigen Erkenntnissen als 'Wiege der Menschen'. Die Region blieb lange Zeit aus europäischer Sicht unentdeckt, obwohl archäologische Funde belegen, dass bereits vor 150.000 Jahren Menschen in Uganda bzw. Ostafrika lebten. Es entwickelten sich verschiedene Königreiche, unter anderem Bunyoro, Kitara und Buganda.
Während der Kolonialzeit geriet das Buganda-Königreich, was zu dieser Zeit das einflussreichste war, unter britischen Einfluss und wurde schließlich auch britische Kolonie.
Die Unabhängigkeit Ugandas wurde am 9. Oktober 1962 verkündet. Staatspräsident wurde der Buganda-König Mutesa, Premierminister wurde Milton Obote (UPC - Uganda Peoples Congress). Dieser vertrieb 1966 den Präsidenten Mutesa im Rahmen eines Staatsstreiches, und Obote ernannte sich selber zum Präsidenten. Unter Protesten seitens der Bevölkerung verstaatlichte er einen Teil der Wirtschaft und löste die Königreiche auf.
Ebenfalls durch einen Staatsstreich gelang Idi Amin 1971 an die Macht. Amins Regime entwickelte sich zu einer Diktatur, die hunderttausende Todesopfer in der nur 8-jährigen Amtszeit forderte. Die Wirtschaft brach zusammen, was auch eine Folge der Ausweisung aller in Uganda lebenden Asiaten im Jahr 1972 war. 1979 marschierten ugandische Rebellen und tansanische Truppen in das Land ein und brachten Idi Amin zu Fall. Eine zweite Amtszeit Milton Obotes begann. Er ging 1980 als Sieger aus den aus heutiger Sicht wahrscheinlich gefälschten Wahlen hervor und setzte die Gewaltherrschaft Amins fort. Zwischen 1981 und 1985 kamen ca. 1 Million Menschen ums Leben, viele von ihnen als Opfer der Kämpfe zwischen Obotes Truppen und verschiedenen anderen militärischen Rebellengruppen.
1986 gelang es schließlich dem National Resistance Movement (NRM) unter Yoweri Museveni, Obote zu stürzen und die bis dahin herrschende Diktatur in Uganda zu beenden. Museveni ist nun seit 1986 Staatspräsident und wurde erst im Jahre 2006 für weitere 5 Jahre gewählt.
Uganda entwickelte sich nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch sehr gut und Museveni galt lange Zeit als vorbildlicher Staatschef. In letzter Zeit litt sein Ruf allerdings durch steigende Korruption, die Vertreibung des Oppositionsführers Besigye und vor allem durch den immer noch währenden Konflikt mit den Rebellen der Lords Resistance Army (LRA) im Norden Ugandas.

Bürgerkrieg: Im Februar 2008 gab es endlich eine Wende im 22-jährigen Konflikt in Norduganda. Ein erstes Friedensdokument wurde unterzeichnet, das u.a. einen dauerhaften Waffenstillstand vorsieht. Anfang April 2008 sollte der Friedensvertrag von Joseph Kony (LRA) und Präsident Museveni im Südsudan unterzeichnet werden. Doch der Rebellenführer erschien nicht. "Es seien noch Details zu klären", war seine Begründung.
Die Lord's Resistance Army (LRA) unter dem Führer Joseph Kony, gegen den bereits eine 33-fache Anklage (v.a. wegen Kriegsverbrechen und Mord) vom internationalen Gerichtshof vorliegt, wurde 1987 als Widerstandsgruppe gegen die Machtergreifung von Präsident Museveni gegründet. Unter dem ursprünglichen Namen ‚Holy Spirit Movement' führte die Gruppe einen bewaffneten Widerstand im Norden Ugandas, was zu militärischen Gegenaktionen der Regierungstruppen führte und worunter letztlich die Bevölkerung zu leiden hatten.
Das Ziel der LRA ist die Stürzung Musevenis als Präsident und die Errichtung eines christlichen Gottesstaates. Die LRA verfügt jedoch weder über eine kohärente Ideologie noch über Unterstützung aus der Bevölkerung. Joseph Kony sieht sich selbst als Medium vom Heiligen Geist. Seit der Gründung der LRA überfällt sie im Norden Ugandas Dörfer und entführt Kinder, die zu Soldaten und Ehefrauen werden. Mit der Zeit hat sich die LRA immer weiter in den Süden des Sudans und in den Osten derDemokratischen Republik Kongos zurückgezogen. Seit Ende 2008 läuft eine militärische Aktion der ugandischen Armee zur Bekämpfung der LRA. Die Sicherheitslage im Süden Ugandas und die Region um die Hauptstadt Kampala ist sehr stabil, da sich das Einzugsgebiet der Rebellen ausschließlich auf den Norden beschränkt.

Weiterführende Informationen:
Filme/Dokumentationen:
Der letzte König von Schottland/Spielfilm (2006)
Invisible Children/Dokumentation (2003)
Lost Children/Dokumentation (2005)
Quellen: www.inwent.org
www.wikipedia.org
www.fit-for-travel.de
http://news.bbc.co.uk